Bestimmung des fetalen Rhesusfaktor RhD


Ab dem 01. Juli 2021 wird die nicht-invasive pränatale Bestimmung des fetalen Rhesusfaktor RhD Kassenleistung der gesetzlichen Kassen.

Hintergrund: Bisher erhielten alle RhD negativen Schwangeren ohne Anti-D-Antikörper in der 28.-30. Schwangerschaftswoche eine Standarddosis (um 300 μg) Anti-D-Immunglobulin als "Rhesusprophylaxe", um möglichst bis zur Geburt eine Sensibilisierung der Schwangeren zu verhindern. Die Bestimmung des fetalen RhD aus dem Plasma der Mutter ermöglicht nun eine gezielte Rhesusprophylaxe nur noch bei RhD-positiven Feten (ca. 60% der Fälle). Dadurch wird die unnötige Rhesusprophylaxe bei RhD-negativen Feten (ca. 40% der Fälle) vermieden. Diese Regelung wurde vom G-BA im August 2020 in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen und wird zum 01.07.2021 Kassenleistung.

Voraussetzungen: Eine zuverlässige Diagnose des fetalen RhD-Status und die entsprechende Beratung der Mutter sind nur möglich bei:

  • RhD-negativen Schwangeren
  • Ein-Kind-Schwangerschaft, nicht bei Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften
  • Frühestens ab der 12. Schwangerschaftswoche, jedoch ideal kombinierbar mit dem Antikörper-Suchtest zwischen der 24.-27. Schwangerschaftswoche.
  • Begleitende Beratung durch Sie (Voraussetzung: Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung durch die Landesärztekammer) EBM GOP 01788
  • Eigenes Abnahmeröhrchen (EDTA; 7,5 ml) mit genügend Material und Beschriftung wie immunhämatologische Proben mit Name, Vorname, Geburtsdatum, Auftragsbarcode
  • Einwilligung nach dem Gendiagnostikgesetz

Unser Angebot:

Ab 01.07.2021 organisieren und unternehmen wir für Sie die dazu notwendige Diagnostik und stellen die Untersuchungsmaterialien, Anforderungen und Aufklärungsmaterial für Sie in Papierform oder über unsere Order-Entry-Schnittstellen bereit. Unsere Abteilungen für Immunhämatologie und Molekularbiologie beraten Sie dazu fachlich gerne.

Herzliche Grüße, bleiben Sie gesund!