Hämoglobin-Differenzierung


Analyse

Probenmaterial

EDTA-Blut 1 ml

Monovette mit EDTA
Monovette mit EDTA
Vacutainer mit EDTA
Vacutainer mit EDTA
Anamnestische Angaben, insbesondere zur ethnischen Herkunft des Patienten sind für die Beurteilung hilfreich. Bei Neugeborenen Trockenblut auf Filterpapierkarte oder 1 ml EDTA-Blut

Methode
HPLC, bei unklaren Befunden ggf. zusätzlich Agarosegel- Elektrophorese

Bearbeitungsfrequenz
werktäglich (Mo - Fr)

Nachforderung
nur bis einen Tag nach Blutentnahme möglich

Einverständniserklärung
Nicht erforderlich

Referenzbereich
REFERENZBEREICH
Der überwiegende Anteil des Hämoglobins besteht normalerweise aus HbA0. Daneben kommen vor:
Hämoglobin A2 3.5 %
Hämoglobin F
1. Lebenstag - 92 %
bis 5 Tage - 88 %
bis 3 Wochen - 85 %
bis 9 Wochen - 75 %
bis 4 Monate - 59 %
bis 6 Monate - 9 %
bis 11 Monate - 2 %
danach - 1 %

Akkreditierungsnachweis
Ja

Indikation
Ausschluss bzw. Nachweis einer Hämoglobinopathie, Thalassämie oder hereditäre Persistenz von fetalem Hämoglobin (HPFH), hämolytische Anämie, hypochrome, mikrozytäre Anämie (nach Ausschluss eines Eisenmangels), Medikamenten-induzierte Anämie, Polyglobulie, Zyanose, humangenetische Fragestellungen (Risikoabschätzung, Partnerscreening)

Einflussgrössen
Erythrozyten-Transfusion in den letzten 3 Monaten

Anmerkungen/Hinweis
Die häufigsten Hämoglobin-Varianten wie Hämoglobin S, C, D, E, Lepore, O-Arab und weitere Varianten, sowie ß-Thalassämien werden erfasst. Die angewandten Methoden sind nicht geeignet, α-Thalassämien nachzuweisen, denen nur ein oder zwei deletierte α-Genloci zugrunde liegen. Ein sicherer Nachweis derartiger Hämoglobin-Varianten macht eine gentechnische Analyse notwendig.
Bei Screeninguntersuchungen von Neugeborenen werden nur hämatologisch relevante Phänotypen berichtet.
BEFUNDKONSTELLATIONEN BEI EINIGEN THALASSÄMIEN UND HÄMOGLOBINOPATHIEN*
β-Thalassämia minor HbA2
HbF
Mikrozytose, Hb normal oder leichte Anämie
β-Thalassämia major HbA2
HbF
innerhalb weniger Monate nach Geburt ausgeprägte Anämie, regelmäßige Bluttransfusion nötig
heterozygote Hb-Lepore-Anlage Hb-Lepore
HbF
klinisches Bild ähnlich wie bei ß-Thalassämia minor
heterozygote HbS-Anlage HbS
HbA
Blutbild unauffällig, sehr selten klinische Symptome
heterozygote HbC-Anlage HbC
HbA
geringe Blutbildveränderungen, klinisch asymptomatisch
homozygote HbS-Krankheit
(Sichelzellanämie)
HbS
chronisch hämolytische Anämie, schweres Krankheitsbild mit schmerzhaften Gefäßverschlüssen, Hepato- und Splenomegalie
homozygote HbC-Krankheit HbC
leichte bis mittelschwere Anämie, klinisch variabel, Splenomegalie
doppelt heterozygote HbS-/HbC-Anlage
(Sichelzell-HbC-Krankheit)
HbS
HbC
klinisch variabel, meist wie etwas mildere Sichelzellanämie
heterozygote HbD-Anlage HbD
HbA
asymptomatisch
heterozygote HbE-Anlage HbE
HbA
Mikrozytose, klinisch asymptomatisch
* Weitere Kombinationen der einzelnen Anlagen sind möglich und kommen vor. Im Vergleich zur Häufigkeit von Hämoglobin S, C, D und E sind andere atypische Hämoglobine selten




Stand: 13.02.2025