Diphtherie Erreger-Direktnachweis (Kultur)


Probenmaterial

Abstrich (Abstrichtupfer mit Transportgel für bakteriologische Kultur)

Tonsillen/ Rachen/ Kehlkopf
Haut- oder Wundfläche


Methode

bakteriologische Kultur von Corynebacterium diphtheriae, C. ulcerans, C. pseudotuberculosis,

ggf. Diphtherie-Toxin-Gen-Nachweis (PCR)


Bearbeitungsfrequenz
täglich

Nachforderung
nicht möglich

Einverständniserklärung
Nicht erforderlich

Akkreditierungsnachweis
Ja

Erreger Meldung
Erregermeldung durch das Labor: Erregerisolierung bei gleichzeitigem Nachweis des Diphtherie-Toxins bzw. des Diphtherie-Toxin-Gens, namentlich an das Gesundheitsamt

Diagnose Meldung
Diagnosemeldung durch behandelnde Ärzte: Verdacht, Erkrankung, Tod, namentlich an das Gesundheitsamt

Anmerkungen/Hinweis

Die durch toxinbildende Stämme von Corynebacterium diphtheriae, C. ulcerans oder C. pseudotuberculosis verursachte Diphtherie tritt als Rachen- oder als Haut- bzw. Wunddiphtherie auf. Bei der Wunddiphtherie besteht häufig eine Mischinfektion z.B. mit Staphylococcus aureus und ß-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A. Als Risikofaktoren für Haut- und Wunddiphtherie sind i.-v-Drogengebrauch und Aufenthalt in tropischen Ländern bekannt.
Übertragung: Tröpfchen- bzw. Schmierinfektion
Inkubationszeit: 2-5 d
Das Krankheitsild wird durch Diphtherie-Toxin ausgelöst, das von den Bakterien am Infektionsort gebildet wird, nicht durch die Bakterienvermehrung: lokal Tonsillitis, Pseudomembranen, Lymphknotenschwellungen, Hautnekrosen; systemisch Karditis, Neuritis, Nephritis.
Daher ist bei Nachweis der Bakterien immer eine Bestätigung der Toxinproduktion (Toxingen-PCR, Elek-Ouchterlony-Test) erforderlich. Die Empfindlichkeitsprüfung erfolgt nach EUCAST.
Untersuchungsanforderung: kultureller Diphtherie-Nachweis





Stand: 05.05.2026