Ab sofort bieten wir einen Test zum Nachweis von Zonulin im Stuhl an.

Zonulin ist ein wichtiges Protein, das die Durchlässigkeit der Darmbarriere reguliert, indem es die sogenannten tight junctions zwischen Darmepithelzellen beeinflusst. Ein erhöhter Zonulin-Spiegel kann somit ein Hinweis auf eine erhöhte Darmpermeabilität sein.

Die Analyse wird als privatärztliche Leistung (Selbstzahler-/IGeL-Leistung) abgerechnet.

Was ist Zonulin? – Biologischer Hintergrund
Die Darmbarriere übernimmt eine zentrale Rolle für die Gesundheit: Sie muss Nährstoffe passieren lassen, gleichzeitig aber Schadstoffe und Mikroorganismen zurückhalten. Diese Filterfunktion wird maßgeblich über die sogenannten tight junctions gesteuert – Proteinkomplexe, die den kontrollierten Austausch zwischen Darmepithelzellen ermöglichen. Zonulin, ein von der Darmschleimhaut gebildetes Protein, öffnet diese tight junctions temporär und erhöht so die Durchlässigkeit der Darmwand. Eine gestörte Zonulin-Regulation wird mit einer erhöhten Darmpermeabilität („Leaky Gut“) in Verbindung gebracht.

Wie entsteht eine erhöhte Darmpermeabilität?
Die Durchlässigkeit der Darmwand per se ist physiologisch. Eine erhöhte Durchlässigkeit wird u.a. durch eine Fehlregulation der tight junctions oder durch strukturelle Schädigungen des Darmepithels ausgelöst. Zonulin selbst wird als Reaktion auf Entzündungsprozesse freigesetzt. Auch bestimmte Lebensmittel können den Wert leicht beeinflussen.

Wichtig bei der Interpretation der Werte:
Sehr niedrige Zonulin-Werte schließen eine erhöhte Permeabilität nicht aus, da bei stark geschädigtem Epithel oft weniger Zonulin produziert wird. Akute Durchfallerkrankungen können den Zonulin-Wert durch Verdünnung künstlich normal oder erniedrigt erscheinen lassen.

Die Aussagekraft des Parameters Zonulin ist außerhalb von klinischen Studien noch eingeschränkt, da die komplexen Mechanismen zur Darmpermeabilität aktuell noch nicht vollständig verstanden sind.

Wie wird Leaky Gut diagnostiziert?
Zur Beurteilung einer gestörten Darmbarriere stehen mehrere diagnostische Verfahren zur Verfügung. Der Stuhl-Test erfasst Zonulin-Familien-Peptide. Patienten profitieren von einem unkomplizierten Testverfahren, das im Gegensatz zu dem gängigen Lactulose-Mannitol-Test weniger aufwändig für die Patienten ist.




Benötigtes Material Frische Stuhlprobe und daraus 100 µl Stuhlprobenextrakt
Analysefrequenz 2x im Monat
Abrechnung GOÄ 
(2/3) 1,0-fach:   € 29,15
(2/3) 1,15-fach: € 33,52

 

Fragen? Wir sind für Sie da.
Unsere medizinischen und wissenschaftlichen Fachkolleginnen und -kollegen stehen Ihnen wie gewohnt für Rückfragen rund um die Zonulin-Diagnostik und alle weiteren Analysen zur Verfügung.